(Bild: Adobe Stock / riebevonsehl)

DWV fordert eigenes Weinbudget in der Gemeinamen Agrarpolitik (GAP)

Die Zukunft der weinspezifischen Förderung in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 stand für den Deutschen Weinbauverband e.V. (DWV) im Mittelpunkt der Gespräche bei der Herbst-Agrarministerkonferenz (AMK), die vom 23. bis 25. September in Würzburg stattfand. DWV-Präsident ÖR Klaus Schneider wies bei seinem Besuch der AMK auf die Bedeutung eines eigenständigen und verlässlich finanzierten Weinsektorenprogramms hin und warnte vor einer Schwächung der weinspezifischen Förderung.

Positiv bewerte der DWV den aktuellen Kompromissvorschlag der irischen Ratspräsidentschaft zur Gemeinsamen Marktorganisation (GMO), der erstmals ein verbindliches Weinsektorenprogramm vorsieht. Gleichzeitig warnt der Verband vor Einschränkungen bewährter Förderinstrumente. „Der Weinsektor braucht auch künftig einen eigenständigen, verlässlichen und ausreichend ausgestatteten Förderrahmen“, betonte Schneider.

Kritisch sieht der DWV insbesondere die geplante Verknüpfung des Weinsektorenprogramms mit anerkannten Erzeugerorganisationen. Die Verpflichtung zur Einrichtung eines solchen Programms dürfe nicht von den Organisationsstrukturen einzelner Mitgliedstaaten abhängen. Ebenso lehnt der Verband eine Übertragung des Modells der operationellen Programme aus dem Obst- und Gemüsesektor auf den Weinbau ab.

Der DWV fordert daher ein eigenständiges Weinbudget („Wine Envelope“) mit klaren EU-Kofinanzierungsregeln. Bewährte Instrumente für Investitionen, Umstrukturierung, Absatzförderung und Markterschließung sowie neue Maßnahmen wie Weintourismus und Pflanzenschutz müssen auch künftig uneingeschränkt nutzbar bleiben. Gleichzeitig appelliert der Verband an die Bundesregierung, sich auf EU-Ebene für Planungssicherheit und gegen eine vollständige Flexibilisierung der Mittel einzusetzen.

Gemeinsam mit Partnerverbänden aus Frankreich, Spanien, Italien und Österreich setzt sich der DWV dafür ein, dass der Weinsektor auch nach 2027 über eigene Instrumente, ein eigenes Budget und verlässliche Rahmenbedingungen verfügt. „Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen braucht der Weinbau Verlässlichkeit statt zusätzlicher Unsicherheit“, so Schneider.

Weitere Beiträge