Gleichzeitig sei Bewegung in der Branche erkennbar. Jeder zweite Betrieb hat in den vergangenen zwölf Monaten mindestens ein neues digitales Tool eingeführt. Dennoch bestünden digitale und analoge Prozesse häufig nebeneinander. Bestellungen würden weiterhin über unterschiedliche Kanäle wie App, Webshop, Telefon oder E-Mail abgewickelt. Im Getränkefachgroßhandel kommen zusätzlich Messenger-Dienste und der Außendienst als Bestellwege hinzu.
Diese Parallelität verursache hohen manuellen Aufwand, Medienbrüche und eine erhöhte Fehleranfälligkeit. Viele Bestellungen müssten nach wie vor händisch in Warenwirtschaftssysteme übertragen werden. Entsprechend nennen die Unternehmen vor allem Kostensenkung, Effizienzsteigerung, Zeitersparnis und die Reduzierung von Fehlern als zentrale Ziele für die kommenden Jahre.
Als größte Hürden bei der Einführung neuer Software gelten Investitionskosten sowie der Zeitaufwand für Auswahl, Implementierung und Einarbeitung. Besonders kleine Betriebe stünden dabei vor einem Spannungsfeld: Digitale Lösungen sollen langfristig Zeit sparen, erfordern kurzfristig jedoch zusätzliche Ressourcen.
„Bevor KI sinnvoll eingesetzt werden kann, muss zunächst das digitale Fundament stehen“, sagt kollex-CEO Stefan Kellner. Die Umfrage zeige zwar, dass die letzte analoge Meile in Gastronomie und Getränkefachgroßhandel noch nicht bewältigt sei, gleichzeitig sei die Bereitschaft zur Digitalisierung deutlich vorhanden.
Fazit der Studie: Die Branche habe wichtige Digitalisierungsschritte bereits vollzogen, doch erst durchgängig digitale Prozesse und der Abbau von Medienbrüchen würden die Voraussetzungen für nachhaltige Effizienzgewinne und die nächste Stufe der digitalen Transformation schaffen.
