Hessische Keltereien seien meist Familienbetriebe und stehen in Wettbewerb mit internationalen Getränkekonzernen. Diese haben ihre Produktionsschritte seit langem auf verschiedene Produktionsstätten aufgeteilt: Pressen, Vergären und Abfüllen erfolgen oft an verschiedenen Orten, der Versand über Speditionen, während Vertrieb und Marketing “inhouse” bleiben, so die Meldung weiter.
„Im Unterschied dazu produzieren die hessischen Keltereien konsequent an einem Standort“, erklärt Verbandsvorsitzender Martin Heil. „Trotz des verschärften Wettbewerbs bleiben wir bei unserer traditionellen Produktionsweise und machen damit aus dem Apfelwein ein Stück echte Heimat.“ In jeder hessischen Kelterei stehe eine Apfelpresse, die die Früchte der Region verarbeitet.
„Die Vergärung ist der Punkt, an dem Wissen und Handwerk als Kern der Unternehmen zusammenkommen“, stellt Heil fest. Hier sehen die Verbandsbetriebe ihre Stärke, die auf fundierter Ausbildung und langjähriger Erfahrung basiere. „Auch abgefüllt wird meist unter dem Hallendach der Kelterei. Vertrieb und Marketing sind für alle Hersteller quasi ein Job rund um die Uhr. Und das aus gutem Grund seit mehr als 80 Jahren“ betont Heil.
Ein weiteres Thema sei neben dem Erhalt des Handwerks die Pflege der Streuobstwiesen. Die Keltereien unterstützen mit individuellen Aktionen das hessische Kulturgut, sei es mit Pflanzaktionen, Apfelannahmestellen und Weiterbildungen. Auf der Mitgliederversammlung sprach Barbara Helling, Expertin für Streuobst und Naturlandschaft, zum Thema „Streuobstwiesen in Zeiten des Klimawandels“.
Im Verband seien aktuell 32 Betriebe organisiert. Ihr Ziel: Hessens Kultgetränk, den Apfelwein, klar im Markt zu positionieren und jede Altersklasse mit ihren Fruchtsäften und Apfelweinen zu erreichen, heißt es abschließend.
