Alkoholfreies Bier gewinne zunehmend an Bedeutung: 14 Prozent der Befragten konsumieren es mindestens einmal wöchentlich, weitere 41 Prozent trinken es zumindest gelegentlich. Damit erreiche alkoholfreies Bier bereits über die Hälfte der Bevölkerung (55 Prozent). Die Analyse der Konsumgelegenheiten offenbart markante Unterschiede zwischen alkoholhaltigem und alkoholfreiem Bier:
Alkoholhaltiges Bier dominiert bei geselligen Events: Besonders deutlich wird der Vorsprung bei Feiern und Partys (50 Prozent vs. 27 Prozent) sowie bei Veranstaltungen wie Konzerten, Festivals oder Volksfesten (33 Prozent vs. 20 Prozent). Auch beim Sport schauen liegt alkoholhaltiges Bier mit 22 Prozent deutlich vor der alkoholfreien Variante (16 Prozent).
Alkoholfreies Bier setzt vor allem im gesundheitsorientierten Kontext Akzente und punktet im täglichen Leben sowie bei gesundheitsbewussten Aktivitäten. Nach der Arbeit zum Feierabend ist der Unterschied mit 25 zu 24 Prozent minimal – alkoholfreies Bier hat hier fast gleichgezogen. Besonders auffällig: Beim oder nach sportlichen Aktivitäten wird alkoholfreies Bier doppelt so häufig konsumiert wie alkoholhaltiges (16 Prozent vs. 8 Prozent). Gerade die Millennials und die Gen Z greifen nach sportlichen Aktivitäten signifikant häufiger auf die alkoholfreie Variante zurück (21 Prozent Gen Z und 19 Prozent Millennials vs. 16 Prozent Gesamt).
Isabel Göpel, Senior Research Executive bei YouGov: „Die Ergebnisse zeigen damit aktuell unterschiedliche Konsumschwerpunkte: Während alkoholhaltiges Bier insbesondere bei geselligen und freizeitorientierten Anlässen fest verankert ist, profitiert alkoholfreies Bier vor allem von sport- und gesundheitsbezogenen Konsum-Momenten.”
Auch die Zahlen aus dem You Gov Shopper Panel FMCG belegten den aktuellen Trend. Fast jeder vierte Haushalt in Deutschland kaufte demzufolge mindestens einmal in den letzten 12 Monaten (Juni 2025 – Mai 2026) alkoholfreies Bier. Trotz weiter steigender Preise konnte alkoholfreies Bier Total +4,2 Prozent Käufer gewinnen und auch die durchschnittliche Menge pro Haushalt stieg auf 32 Liter. Wertmäßig konnte das alkoholfreie Segment damit um +7 Prozent zulegen. Treiber hinter dieser Entwicklung sind aktuell die 0,0%-Varianten. Die Käuferzahl stieg in den letzten 12 Monaten – nicht zuletzt aufgrund vieler Innovationen im Markt – um über +23 Prozent. Somit tragen die 0,0%-Varianten wesentlich zum Wachstum von alkoholfreiem Bier bei.
Im Gegensatz dazu zeigen sich die Herausforderungen der Branche beim alkoholhaltigen Bier, das mit deutlich über 85 Prozent der gekauften Menge den Löwenanteil der Kategorie auf sich vereint. Auch hier steigen die Preise, aber die Käuferzahlen und die durchschnittliche Menge pro Haushalt sind rückläufig. Die Folge: Das alkoholhaltige Segment verliert gegenüber der Vorperiode -5,5 Prozent Menge bzw. -3,4 Prozent Umsatz. Ausnahme bildet hier aktuell lediglich das Lager-Bier, das sich als einziges Segment mit +4,2 Prozent auf Basis Menge und satten +11 Prozent auf Basis Wert gegen den Trend entwickelt.
