Die neue Mehrweg-Weinflasche – Steuerungsgruppe: Christian Pladerer (ÖÖI), Victoria Menedetter (ÖÖI), Claudia Muschau (RTD Klosterneuburg), Philipp Haderer (ÖÖI), Agnes Steineder (RWA), Günter Paar (Biogast), Franz Zöch (RWA) (Bild: Miriam Mehlman Fotografie)

Österreich startet Mehrweg-Pool für Weinflaschen

In Österreich nimmt nach mehrjähriger Vorbereitung das neue Mehrweg-System für Weinflaschen den Betrieb auf, wie es heißt. Mit der Vergabe des Pool-Managements an die Genossenschaft Deutscher Brunnen Anfang 2026 sei dazu die organisatorische Basis geschaffen.

Die ersten 360.000 Mehrweg-Rheinweinflaschen (0,75 l) werden im Vetropack-Werk Pöchlarn produziert. Die gemeinsam mit Winzern entwickelte Flasche spart laut Österreichischem Ökologie-Institut bis zu 90 Prozent CO₂ gegenüber Einweg – von der Traube bis zum Betriebstor.

Winzer erhalten die Flaschen über den autorisierten Handel. Zum Start gibt es eine 5+1-Aktion mit 1.165 Gratisflaschen. Interessierte Betriebe können sich vorab unter www.mehrwegweinflasche.at. Eine passende 6er-Kiste soll Anfang Juli verfügbar sein; alternativ stehen Kartons in Sonderhöhe bereit, deren dauerhafte Nutzung jedoch nicht vorgesehen ist.

Die Rückführung des Leerguts erfolge über österreichische Waschzentren in Kooperation mit der Weinlogistik Parndorf. Das Pfand beträgt 60 Cent pro Flasche und 6 Euro pro Kiste (brutto). Die Markteinführung starte in Phase 1 über Direktvermarktung, Gastronomie, Großhandel sowie Wein- und Biofachhandel – Bereiche mit etabliertem Leergut-Handling und hohen Rücklaufquoten. Auch Green Events und Umweltzeichen-Betriebe zählten zu den frühen Anwendern.

Parallel werde die Erweiterung des Pools um eine 0,75-l- und eine 1-l-Bordeauxflasche vorbereitet. Eine breitere Listung im Lebensmitteleinzelhandel sei erst nach erfolgreicher Einführungsphase geplant. Das Projekt werde vom Österreichischen Ökologie-Institut geleitet und über die Abfallvermeidungsförderung der österreichischen Sammel- und Verwertungssysteme finanziert.

 

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