(Grafik: VdF)

Regen entscheidend für Streuobsternte 2026: 450.000 Tonnen erwartet

Der Verband der deutschen Fruchtsaft Industrie (VdF) rechnet 2026 mit rund 450.000 Tonnen Streuobst. Ob diese Menge erreicht wird, hängt maßgeblich von den Niederschlägen der kommenden Wochen ab.

„Die Zahl der Äpfel an den Bäumen ist ausreichend, die Früchte sind derzeit jedoch noch sehr klein“, sagt VdF‑Geschäftsführer Klaus Heitlinger. „Schon ein Zentimeter mehr Durchmesser kann die Erntemenge deutlich erhöhen. Deshalb kommt es jetzt auf Regen an.“ Die nächsten zwei Wochen gelten als entscheidend. Gute Ernten können sich im Saisonverlauf verstärken, schwächere fallen oft weiter zurück. Zudem seien große regionale Unterschiede möglich, da lokale Regenfälle die tatsächlichen Erträge stark beeinflussen.

Streuobsternten schwanken traditionell stark – unter anderem wegen der Alternanz, die durch den Spätfrost 2017 verstärkt wurde. Unabhängig davon ist das Ertragspotenzial vieler Bestände gesunken: Während 2018 noch über eine Mio.Tonnen prognostiziert wurden, haben die trockenen Sommer 2019 bis 2023 den Bäumen zugesetzt. Viele leiden unter Wassermangel, zudem ist ein Großteil älter als 80 Jahre.

Heitlinger betont die ökologische Bedeutung: „Mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten finden auf Streuobstwiesen einen Lebensraum.“ Produkte wie Streuobstwiesen‑Apfelsäfte sowie Quitten‑ und Birnensäfte seien weiterhin beliebt. Die Fruchtsafthersteller setzen daher auf Erhalt und Förderung des Streuobstanbaus, etwa durch Pflanzaktionen und Aufpreismodelle.

Seit 32 Jahren führt der VdF die Kelterapfel‑Behangdichtenschätzung durch. Mit dem „Gucki“ erfassen 45 ehrenamtliche Schätzer in diesem Jahr den Apfelbehang und liefern damit die Grundlage für die bundesweite Prognose.

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