Geschäftsführer Mike Gärtner verweist auf den Zustand der Anlagen. Sie seien technisch veraltet und nicht für geringere Produktionsmengen ausgelegt. Für ein Genossenschaftsmodell wäre deshalb ein technischer Neubau der Braustätte nötig. Die TCB beziffert die Kosten auf einen höheren zweistelligen Millionenbetrag. Angesichts des starken wirtschaftlichen Drucks in der Branche sei das samt einem anschließend gesicherten Betrieb nicht darstellbar.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatte die Genossenschaftsidee zuvor ins Spiel gebracht. Nach ihrem Vorschlag sollte die TCB die überregionalen Markenrechte halten, während ein Teil der Braustätte in Braunschweig in Genossenschaftshand bleibt. Die Produktion könnte auf wenige Sorten, etwa Pils, reduziert werden. Damit ließe sich ein Teil der rund 90 Arbeitsplätze erhalten, und das Bier könnte an die regionale Gastronomie, den Einzelhandel und das Eintracht-Stadion geliefert werden. Über zwei Genossenschaftsplattformen liegen nach NGG-Angaben bereits freiwillige Zusagen von rund 560.000 Euro vor. Die Gewerkschaft ist nach eigenen Angaben bereit, mit TCB und Betriebsrat standortsichernde Tarifmodelle auszuhandeln, und forderte einen Runden Tisch mit Eigentümern, Stadt und Banken. Eine Online-Petition zur Rettung der Brauerei unterzeichneten bis Dienstagmittag fast 18.000 Menschen.
Die 1627 gegründete Brauerei hatte im Sommer wegen Absatzrückgängen Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Verfahren wurde zum 1. September eröffnet. Da sich kein Investor fand, soll der Produktionsstandort zum 31. Dezember schließen.
Die Volksbank BRAWO hat ihre finanzielle Unterstützung eingestellt. Wegen gestiegener Kosten und der wirtschaftlichen Lage brauche es nun erneut einen starken Kapitalgeber, den man in der TCB-Gruppe gefunden habe.
