Der „Bräu von Erding“ führte die 1886 gegründete Brauerei in zweiter Generation und machte das Erdinger Weißbier sowie die Stadt Erding weltweit bekannt. Er gehört zu Deutschlands bedeutendsten Brauerei-Inhabern der letzten Jahrzehnte. Er hinterlässt seine Tochter Claudia (46) und Schwiegersohn Alexander (45).
Walter Berizzi, stellvertretender Stiftungsrats-Vorsitzender der „Werner-Brombach-Familien-Stiftung“: „Heimatverbundenheit, Bodenständigkeit, Pioniergeist und unternehmerischer Weitblick – das zeichnete Werner Brombach aus. Er war national und international ein Sympathieträger, der bis zuletzt die Brauerei führte und sich um die Belange seiner Mitarbeiter kümmerte. Die Erdinger Familie, die gesamte Branche, der Freistaat Bayern und die Welt des Sports verlieren einen großen Unternehmer, verlässlichen Chef, generösen Förderer sowie einen durch und durch geradlinigen Menschen. Er war einer der prägendsten Botschafter Bayerischer Lebensfreude.“
Die Leidenschaft für die bayerische Braukunst war seine Bestimmung. Brombach sagte über sich: „Mein Lebensinhalt ist es, Brauer mit Leib und Seele zu sein.“ Das stellte er Tag für Tag mit seinem Wirken unter Beweis!“
Mit dem Einstieg von Werner Brombach 1965 in die damals 40.000‑hl‑Brauerei seines Vaters, begann der Aufstieg der Marke. Der Diplom‑Braumeister bewies Mut, verkaufte als Erster Weißbier über Bayerns Grenzen hinaus und etablierte moderne Markenarbeit, lange bevor „Marke“ im Weißbiersegment ein Begriff war. Nach dem Tod seines Vaters 1975 führte Brombach die Brauerei allein und entwickelte sie mit konsequenter Qualitätsphilosophie und einer Politik der kleinen Schritte zum Weltmarktführer.
1977 lag der Ausstoß bei 225.000 hl, 1990 überschritt Erdinger erstmals die Million‑hl‑Marke. Prominente Botschafter wie Franz Beckenbauer, Jürgen Klopp oder Thomas Müller stärkten die Marke zusätzlich. Um die Hellbier‑Tradition Erdings zu bewahren, übernahm Brombach 1991 Fischer’s Stiftungsbräu. Sein Leitmotiv „Gutes noch besser machen“ prägt die Brauerei bis heute – seit 2022 auch mit den untergärigen Erdinger Brauhaus‑Spezialitäten.
Brombach verdiente sich seine offiziellen wie inoffiziellen Titel redlich. Der „Weißbier-Zar“, oder auch „Weißbier-Pionier“ hat über 60 Jahre seine Branche geprägt. Dafür wurde er u. a. mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Seit 2012 ist er Träger des Ehrenrings in Gold des Landkreises Erding; zudem ist er Ehrenbürger der Großen Kreisstadt Erding.
Besonders stolz war er auch auf die Bayerische Gastlichkeitsmedaille des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und den Ehrenpreis der Deutschen Getränkebranche. 2022 legte er im Zuge seiner Nachfolgeregelung sein Amt als Vorsitzender der Geschäftsführung in die Hände von Dr. Stefan Kreisz.
2025 überführte Werner Brombach als Alleingesellschafter der Privatbrauerei Erdinger Weißbräu Werner Brombach GmbH seine Anteile in die „Werner Brombach-Familien-Stiftung“, die er bis zuletzt als alleiniger Vorstand vertrat. Die „Werner Brombach-Familien-Stiftung“ verpflichtete sich zur Fortführung der kompromisslosen Qualitätsphilosophie Brombachs, der starken Marke Erdinger und der im Unternehmen klar definierten Leitwerte.
