Die Independent Brewers of Europe (IBE) haben erstmals einen umfassenden Branchenreport veröffentlicht. Die 2024 gegründete Allianz vertritt inzwischen mehr als 3.000 unabhängige Brauereien in zwölf Ländern und setzt sich für faire Marktbedingungen und die Zukunft kleiner und mittelständischer Betriebe ein. Der Bericht zeigt zentrale Herausforderungen wie volatile Energiepreise, steuerliche Belastungen und starken Wettbewerbsdruck durch internationale Konzerne – zugleich aber auch die hohe Resilienz der unabhängigen Brauer.
60 Prozent der Betriebe erzielen weniger als 500.000 Euro Jahresumsatz, haben jedoch große lokale Bedeutung: 28 Prozent der Produktion werden direkt an Konsumentinnen und Konsumenten verkauft, 75 Prozent unterstützen regionale Projekte. Ein Generationenwechsel im Konsumverhalten sei klar erkennbar: Jüngere trinken seltener Bier, achten aber stärker auf Qualität, Authentizität und lokale Herkunft.
Viele Brauereien reagieren mit Diversifizierung: 43 Prozent stellen inzwischen zusätzliche Produkte wie Limonaden her, alkoholfreies Bier gewinnt weiter an Bedeutung. Zu den meistproduzierten Bierstilen zählen Pale Ales, IPAs und helle Lager.
Trotz der Belastungen zeigt der Report vorsichtigen Optimismus: 37 Prozent der Brauereien wollen 2026 die Bierqualität verbessern, 35 Prozent planen Investitionen in neue Anlagen. Die IBE betont die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung unabhängiger Brauereien und fordert verlässliche Rahmenbedingungen, damit diese weiterhin innovativ bleiben und die europäische Bierkultur stärken können.
„Unabhängige Brauereien sind wichtige Motoren für lokale Wirtschaft und Gemeinschaften“, sagt Kilian Kittl, Co-Chairman der IBE und Geschäftsführer des Verbands Private Brauereien Bayern (GER). „Die Herausforderungen sind real – aber ebenso die Chancen. Mit den richtigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können unabhängige Brauer weiterhin innovativ sein, investieren und erfolgreich wachsen.“
