Trotz unterschiedlicher oder teilweise gegenläufiger Tendenzen in den einzelnen Ländern habe sich die Produktion unter dem Strich auf praktisch allen Kontinenten negativ entwickelt. Die einzige Ausnahme bildete Afrika mit einem leichten Mengenplus. „Insbesondere in vielen traditionellen Märkten stagniert oder sinkt der Bierkonsum, während alkoholfreie und -arme Getränke an Bedeutung gewinnen“, fasst Thomas Raiser, Geschäftsführer von BarthHaas, die Entwicklung zusammen.
Schlechter als der Weltmarkt entwickelte sich 2025 die deutsche Brauwirtschaft, deren Ausstoß um rund 5,6 Prozent auf 79,24 Mio. hl zurückging. Erstmals sank damit der Bierabsatz in Deutschland unter die Marke von 80 Mio. hl. „Wir verzeichnen Verluste in einer Dimension, die wir nicht erwarten konnten“, erklärt Heinrich Meier, Autor des BarthHaas-Berichts. Wie im Vorjahr erreichte Deutschland dennoch wieder Platz 6 im internationalen Ranking der Braunationen. Die Plätze 1 bis 5 belegen unverändert China, die USA, Brasilien, Mexiko und Russland.
Das schlechte Abschneiden Deutschlands, des größten Marktes in Westeuropa, schlug dabei auch auf die Bilanz für die Europäische Union durch, wo der Ausstoß insgesamt um 3,1 Prozent auf rund 333,6 Mio. hl zurückging. Neben dem deutschen Minus war an den Verlusten maßgeblich auch die Entwicklung in Polen beteiligt, wo die Bierproduktion mit 32,12 Mio. hl um 7,2 Prozent unter der des Vorjahrs lag.
Besser schnitt das restliche Europa mit einem leichten Plus von 1,3 Prozent auf 176,23 Mio. hl ab. Dies habe aber das Minus der EU nicht ganz ausgleichen können: Auf dem Gesamtkontinent ging der Bierausstoß um 1,6 Prozent auf 509,83 Mio. hl zurück.
Die Entwicklung in Nordamerika (-1,9 Prozent auf 343,08 Mio. hl) indessen war vor allem durch den starken Rückgang in den USA geprägt. In dem zweitgrößten Biererzeugerland der Welt wurden im letzten Jahr 174,91 Mio. hl Bier gebraut, das sind 5,2 Prozentweniger als noch 2024. Mexiko hingegen – international die Nummer 4 – konnte um 2,0 Prozent wachsen und erreichte 147,87 Mio. hl. In Südamerika setzte besonders Brasilien – global auf Platz 3 positioniert – mit einem Zuwachs von 2,5 Prozent auf 151,1 Mio. hl positive Impulse. Insgesamt lag damit die Bierproduktion auf dem amerikanischen Kontinent mit -0,4 Prozent auf 614,74 Mio. hl beinahe auf Vorjahresniveau.
Um 1,2 Prozent auf 586,68 Mio. hl ging derweil der Bierausstoß in Asien zurück. Zwar konnte Indien (international Nummer 12) seine Produktionsmenge um stattliche 6,98 Prozent auf 35,06 Mio. hl steigern, dem standen jedoch Rückgänge in China um etwa 2,3 Mio. hl sowie um jeweils mehr als eine Million Hektoliter in Vietnam, Japan, Südkorea und Myanmar gegenüber.
Zwar sank die Produktion im China lediglich um 0,66 Prozent, aber angesichts eines gigantischen Gesamtmarkts mit nunmehr 353,6 Mio. hl fallen die Verluste stark ins Gewicht. Mit +2,6 Prozent die stärksten Zuwächse konnte 2025 Afrika verbuchen. Allerdings bewegt sich der Kontinent mit insgesamt 166,69 Mio. hl. noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Angeführt wurde die Entwicklung von Südafrika, das um 2,7 Prozent auf 38,0 Mio. hl zulegte. Das mit Abstand größte Bierland des Kontinents liegt weltweit auf Platz 11.
Fürs laufende Jahr 2026 sieht BarthHaas zwar eine Stabilisierung der Weltbierausstoßes, aber keine spürbare Erholung des Marktes. „Wir rechnen mit einer weitgehend gleichbleibenden, tendenziell etwas niedrigeren Produktion“, fasst BarthHaas-Geschäftsführer Thomas Raiser zusammen. „Wachstum in Afrika, Asien sowie Mittel- und Südamerika dürfte durch Rückgänge in Europa und Nordamerika aufgezehrt werden.“ Auch für den Hopfenmarkt bleibe die Lage deshalb angespannt.
