(Bild: BarthHaas)

Hopfenmarkt bleibt überversorgt

Der weltweite Hopfenmarkt bleibt trotz weiterer Flächenreduzierungen deutlich unter Druck. Die globale Hopfenanbaufläche sank zur Ernte 2025 um 5,5 Prozent auf 52.660 ha. Auch die Erntemenge ging zurück: Weltweit wurden 109.188 t Hopfen geerntet, 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Das geht aus dem BarthHaas-Bericht 2025/2026 hervor.

Größtes Hopfenanbauland blieb Deutschland mit 18.962 ha. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Flächenrückgang um 6,5 Prozent. Auf Platz 2 folgen die USA mit 17.057 ha nach 18.513 ha im Vorjahr.

Die weltweite Erntemenge sank 2025 auf 109.188 t. Der durchschnittliche Alphasäuregehalt stieg dabei leicht von 10,5 auf 10,6 Prozent. Insgesamt verringerte sich die erzeugte Alphamenge dennoch um 3,2 Prozent auf 11.532 t. Der Anteil der Aromahopfen am gesamten Erntevolumen sowie an der erzeugten Alphamenge nahm zu, während der Anteil der Bitterhopfen entsprechend zurückging.

Deutschland kam 2025 auf 43 Prozent der weltweit geernteten Alphamenge und blieb damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Anteil der USA sank auf 40 Prozent (Vorjahr: 41 Prozent). (Anmerkung: Die Alphasäure ist der für das Bierbrauen wichtigste Bestandteil des Hopfens und für die Bittere des Biers verantwortlich. Hopfenpflanzer verkaufen ihre Hopfen zum Teil auf Basis der gelieferten Alphamenge, und in den Verträgen mit den Brauereien ist die Alphasäure ebenfalls häufig ein Preisfaktor.)

Trotz der geringeren Anbaufläche überstieg die Hopfenproduktion auch 2025 weiterhin den Bedarf. Der weltweite Bierausstoß ging im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent auf knapp 1,9 Mrd. hl zurück. Parallel sank der Hopfenbedarf um knapp 3 Prozent auf rund 10.700 t Alphasäure. Ausschlaggebend waren neben dem geringeren Bierausstoß eine reduzierte Hopfengabe im Brauprozess sowie Veränderungen in der Bierstilstruktur. In der Folge entstand ein Überschuss von etwa 1.200 t Alphasäure. Das entspreche einer strukturellen Überproduktion von rund 5.100 ha.

„Die Flächen wurden zwar erneut reduziert, der Markt ist damit aber noch nicht im Gleichgewicht“, erläutert Heinrich Meier, Verfasser des BarthHaas-Berichts. „Die Produktion überstieg auch 2025 den Bedarf. Für die aktuelle Versorgungsbilanz erwarten wir erneut einen Alphaüberschuss von etwa 1.000 t.“ 

Auch 2026 setzt sich der Rückgang der Hopfenanbaufläche in Deutschland fort. Nach Angaben des Verbandes Deutscher Hopfenpflanzer umfasst sie 17.861 ha und liegt damit um 1.101 ha oder 6 Prozent unter dem Vorjahr. Die Fläche der Aromasorten sinkt um 715 ha, die der Bittersorten um 386 ha. Damit verschiebt sich die Verteilung leicht zugunsten der Bittersorten.

Weltweit liegt die Flächenreduktion 2026 bei rund 1.300 ha. Die strukturelle Überversorgung bleibt damit nach Einschätzung von BarthHaas bestehen. Zugleich geraten die Betriebe weiter unter Druck: Die Produktionskosten im Hopfenanbau und in der Verarbeitung steigen, während das Marktgeschehen trotz der eingeleiteten Anpassungsmaßnahmen weiterhin von erheblichen Überkapazitäten gekennzeichnet ist.

„Die globale Hopfen- und Bierbranche befindet sich in einer Phase tiefgreifender struktureller Veränderungen“, sagt Thomas Raiser, Geschäftsführer von BarthHaas. „Ein anhaltendes Überangebot trifft auf verändertes Konsumverhalten und steigenden wirtschaftlichen Druck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Entscheidend wird sein, wie anpassungsfähig die Branche vom Hopfenanbau bis zur Brauwirtschaft bleibt.“

Die Wiederherstellung eines Marktgleichgewichts bleibt damit die zentrale Herausforderung. Neben weiteren strukturellen Anpassungen werden auskömmliche Preise sowie Investitionen in Sortenentwicklung und Produktionseffizienz entscheidend sein, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Hopfenwirtschaft zu sichern.

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