Zu der Allianz gehören u. a. der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI), der Bundesverband Wein, Sekt und Spirituosen (BWS), der Deutsche Weinbauverband (DWV), der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), der Bundesverband der Obstverschlussbrenner (BdO) und der Verband Traditioneller Sektmacher. Der Gesetzentwurf sieht eine Erhöhung der Alkohol-, Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuer sowie der Alkopopsteuer um jeweils 20 Prozent vor.
Für den BSI sei die breite Kooperation ein wichtiges Signal: Winzer und Winzergenossenschaften, Sektkellereien und -manufakturen, Brennereien und Spirituosenhersteller – vom regionalen Familienbetrieb und Mittelstand bis zum internationalen Unternehmen – vertreten in dieser Frage eine gemeinsame Position. Auch europäische Weinverbände und Unternehmen aus mehreren EU-Staaten unterstützen den offenen Brief an die Politik.
„Es ist ein starkes Signal, dass Wein-, Sekt- und Spirituosenwirtschaft sowie die ganze Wertschöpfungskette in dieser Frage an einem Strang ziehen. Der BSI hat diese Allianz aktiv unterstützt, weil die geplanten Steuererhöhungen Wertschöpfung, Arbeitsplätze, Handel, Gastronomie und Verbraucherinnen und Verbraucher treffen. Wenn es um die Erhaltung der verantwortungsvollen Genusskultur in Deutschland geht, sitzen wir alle im gleichen Boot. Wir begrüßen diese Kooperation und werden im parlamentarischen Verfahren unsere Argumente gegen die Steuererhöhung weiter einbringen“, erklärt Angelika Wiesgen-Pick, Geschäftsführerin des BSI.
Höhere Steuersätze auf Spirituosen führten nicht automatisch zu stabilen Mehreinnahmen: Aufgrund sinkender Absatzmengen, Ausweichreaktionen der Verbraucher/-innen sowie begleitender Rückgänge bei Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und lohnbezogenen Abgaben drohten erhebliche fiskalpolitische Kompensationseffekte. Im Ergebnis könne die Maßnahme ein fiskalisches Nullsummenspiel darstellen oder wie z. B. in Großbritannien sogar zu Mindereinnahmen führen. (vgl. www.theginguild.com/news/statement-on-uk-spirits-duty-revenue).
Betroffen wären mittelständische, familiengeführte Betriebe, internationale Unternehmen ebenso wie Gastronomie, Hotellerie, Handel, Zulieferer und Logistik. Der offene Brief kritisiert, dass eine belastbare wirtschaftliche und fiskalische Folgenabschätzung für einen derart weitreichenden Eingriff fehlt.
Auch die gesundheitspolitische Begründung der FinanzKommission Gesundheit überzeuge den BSI vor dem Hintergrund der aktuellen Daten nicht. Die zuletzt veröffentlichte Drogenaffinitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zeige keinen akuten Handlungsdruck, sondern kontinuierliche deutliche Rückgänge: 2025 habe der Anteil regelmäßiger Konsumentinnen und Konsumenten unter den 12- bis 17-Jährigen den niedrigsten Wert seit Beginn der Zeitreihe 1979 erreicht – signifikant niedriger als 2023.
Bei den 18- bis 25-Jährigen habe der wöchentliche Konsum 2025 bei beiden Geschlechtern auf dem niedrigsten Stand seit 1973 gelegen. Für den BSI seien die Zahlen ein Beleg für die erfolgreiche Präventionsarbeit der letzten Jahre und eine Bestätigung für die Initiativen des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“.
