Mit Heinrich Hahn verliert die Branche einen Unternehmer, Kommunalpolitiker, Verbandsvertreter und engagierten Bürger, der über viele Jahrzehnte Verantwortung übernommen und seine Heimat sowie die Getränkebranche nachhaltig mitgestaltet hat.
Heinrich Hahn wurde am 10. Oktober 1934 in Frielendorf geboren. Sein gesamtes Leben blieb eng mit seiner Heimat verbunden. 1958 übernahm er das traditionsreiche Familienunternehmen im Getränkefachgroßhandel und entwickelte es erfolgreich weiter. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 gründete er gemeinsam mit seinen Söhnen Dietrich und Thomas Hahn zwei Getränkefachgroßhandlungen in Thüringen – in Barchfeld und Erfurt. Damit gehörte Heinrich Hahn zu den Unternehmern, die früh die Chancen der deutschen Einheit erkannten und den wirtschaftlichen Austausch zwischen Hessen und Thüringen aktiv mitgestalteten.
1985 wurde er zum Vorsitzenden des Hessischen Bier- und Getränkefachgroßhandelsverband gewählt. In dieser Funktion entwickelte er den Verband Anfang der 90er Jahre zum Mitteldeutschen Getränkegroßhandelsverband weiter. Von 1991 bis 1995 war er Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels (BV GFGH) und von 2001 bis 2004 Beiratsvorsitzender des zwischenzeitlich mit allen Landesverbänden fusionierten Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels.
1970 gründete er den CDU-Ortsverband Frielendorf. In den folgenden mehr als zwei Jahrzehnten engagierte er sich im Kreistag und im Kreisausschuss und setzte sich dort für die Belange seiner Heimatgemeinde und der Region ein. Darüber hinaus war Heinrich Hahn über viele Jahre ehrenamtlicher Beigeordneter der Gemeinde Frielendorf. Dieses Amt übte er bis zu seinem 80. Geburtstag aus.
Sein politisches Engagement war geprägt von Bodenständigkeit, Sachlichkeit und dem Anspruch, Verantwortung langfristig wahrzunehmen. Für seine vielfältigen Verdienste wurde Heinrich Hahn bereits 1999 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Auch im Vereinsleben engagierte er sich über Jahrzehnte. Besonders dem TuSpo Frielendorf war er eng verbunden und übernahm dort Verantwortung im Fußballbereich.
Heinrich Hahn vereinte unternehmerischen Weitblick mit kommunalpolitischem und gesellschaftlichem Engagement. Er war Unternehmer, Verbandsvertreter, Kommunalpolitiker und vor allem ein Frielendorfer, der seiner Heimat über Jahrzehnte verbunden blieb.
Mit Heinrich Hahn verliert Frielendorf eine Persönlichkeit, die über mehr als ein halbes Jahrhundert hinweg Verantwortung übernommen und ihre Heimat nachhaltig geprägt hat. Besonders berührend ist, dass sich sein Lebenskreis nun dort geschlossen hat, wo er vor 91 Jahren begann. Heinrich Hahn ist am 5. September 2026 friedvoll in seinem Geburtshaus in Frielendorf verstorben. Sein Name und sein Wirken werden in Frielendorf, in der Region und in der deutschen Getränkebranche in Erinnerung bleiben.
„Wir sind Heinrich Hahn für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement für unseren Verband zu großem Dank verpflichtet. In einer entscheidenden Phase der Entwicklung des BV GFGH hat er Verantwortung übernommen und nicht nur den Verband, sondern auch die gesamte Getränkebranche maßgeblich mitgeprägt“, würdigt Dirk Reinsberg, geschäftsführender Vorstand des BV GFGH, das Wirken Heinrich Hahns.
