Bilderbuchtrauben mit kleinen Beeren und hoher Reife, sehr unterschiedliche aber im Schnitt kleine Erträge und eine schnelle Ernte prägten den 2025er Weinjahrgang. Der Vegetationsver-lauf war dynamisch. Warme und teils trockene Phasen ließen die Reben vielerorts früh reifen; Niederschläge im September erhöhten in zahlreichen Anbaugebieten den Zeitdruck bei der Lese. Für die Winzerinnen und Winzer kam es deshalb auf genaue Beobachtung, präzise Lesezeitpunkte und eine sorgfältige Selektion der Trauben an. Die kleineren Beeren und geringeren Erträge in vielen Regionen brachten zugleich konzentrierte, aromatische Moste hervor.
„Sensorisch zeigt sich der Jahrgang vielfach fruchtbetont und ausdrucksstark, mit klarer Sortenprägung und einer frischen Säure. Besonders Burgundersorten und Rotweine profitierten von den klimatischen Gegebenheiten. Seit längerem konnten auch wieder vermehrt edelsüße Spezialitäten hervorgebracht werden“, so Prof. Dr. Rainer Jung, DLG-Prüfbevollmächtigter für Wein & Sekt, von der Hochschule Geisenheim.
In vier Prüfrunden stellten sich seinen Worten zufolge die Weine dem Urteil der DLG-Weinprüfer und wurden überwiegend hoch bewertet; ein positives Ergebnis für die eingereichten Weine des Jahrgangs 2025. „Wieder einmal bewiesen die Winzerinnen und Winzer mit viel Fingerspitzengefühl ihr Können. Hinter jedem prämierten Erzeugnis stehen Menschen mit ihren besonderen Geschichten, Ideen und Herzblut. Diese spielen natürlich in der professionellen Blindverkostung der DLG keine Rolle, jedoch ist es hinterher umso wichtiger, zu zeigen, welche ausgezeichnete Qualität in ihren und deutschen Weinen im Allgemeinen steckt. Die Prämierung macht sichtbar, was deutsche Weinbaubetriebe leisten und wir wollen sie dabei unterstützen, am Markt wahrgenommen zu werden“, so Anika Schramm, Projektleiterin der DLG-Bundesweinprämierung.
Im Rahmen der Bundesweinprämierung werden in einer Sonderverkostung unter allen Gold prämierten Weinen und Sekten noch einmal die „Besten der Besten“ in den Kategorien „Weißwein trocken“, „Weißwein fruchtig“, „Rotwein trocken“, „Im (Barrique-) Fass gereift trocken“, „Roséwein“, „Edelsüß“ sowie „Weißsekt brut incl. Blanc de Noirs“, „Riesling brut nature bis trocken“, „Weißsekt extra trocken bis halbtrocken“ und „Rotsekt / Rosésekt brut bis halbtrocken“ gekürt. Diese Weine und Sekte erhalten den „Goldenen DLG-Preis Extra“ der Bundesweinprämierung.
Mit 24 Auszeichnungen stellt die Pfalz in diesem Jahr erneut die meisten Weine und Sekte, die mit dem „Goldenen DLG-Preis Extra“ prämiert wurden. Dahinter folgen Rheinhessen mit 14 Auszeichnungen, Baden (11) und Württemberg (7). Die mit Abstand meisten Auszeichnungen für Weine und Sekte insgesamt erzielten mit 801 Prämierungen wieder die Winzer aus der Pfalz, gefolgt von Rheinhessen (484), Baden (281) und Württemberg (270).
Die Ergebnisse sind unter www.bundesweinpraemierung.de abrufbar.
