Die Wachstumsperiode war von schwerer Dürre und beispielloser Hitze geprägt. In der Hallertau summierten sich die Niederschläge zwischen Mitte Juni und Mitte August auf lediglich 105 mm, während die kumulierten Regenmengen seit Mai nur etwa 210 mm erreichten – rund die Hälfte des langjährigen Mittels. Die Region verzeichnete zudem 45 Tage über 30 °C – die längste und intensivste Hitzewelle seit mindestens 25 Jahren.
Laut HVG haben die extremen Bedingungen die Blüten- und Doldenentwicklung bei frühen Sorten erheblich beeinträchtigt. Erstmals starben einzelne Triebe im oberen Bereich der Sorte Herkules aufgrund von Hitzestress ab. Hitzeresistente Sorten wie Polaris und Mandarina Bavaria schnitten deutlich besser ab als klassische Sorten, und bewässerte Flächen entwickelten sich besser als unbewässerte.
Zusätzlicher Druck kam durch Schädlinge: Blattlauspopulationen stiegen zu Sommerbeginn stark an, konnten aber unter Kontrolle gebracht werden; Spinnmilben traten im August verstärkt wieder auf, und die Population des Erdflohs setzte ihren mehrjährigen Anstieg fort – wirksame Gegenmaßnahmen gibt es bislang nicht.
Neben den Mengenverlusten ist auch der Alphasäuregehalt deutlich zurückgegangen – die HVG schätzt, dass die Alphaernte rund 27 % unter dem Durchschnitt liegen wird, bei einzelnen Sorten sogar bis zu 40 %. Dies dürfte bei relevanten Aromahopfen-Verträgen die Alphasäureklausel auslösen.
Die HVG beziffert den wirtschaftlichen Schaden für die deutsche Hopfenbranche auf 80 bis 100 Millionen Euro, gemessen am üblichen Jahresumsatz von rund 300 Millionen Euro – ein zusätzlicher Belastungsfaktor angesichts ohnehin anhaltend hoher Produktionskosten.
Trotz der schwierigen Ernte beschreibt die HVG die Ernte 2026 insgesamt als gesund und von guter optischer Qualität. Die Organisation erklärte, eng mit Kunden und Brau-Partnern zusammenzuarbeiten, um die Auswirkungen zu bewältigen, und zeigte sich zuversichtlich, dass die Versorgung mit hochwertigem deutschem Hopfen dank bestehender Brauerei-Lagerbestände und enger Zusammenarbeit entlang der Lieferkette aufrechterhalten werden kann.
