GETRÄNKEINDUSTRIE (GI): Viele Menschen sehen Chemie per se als umweltschädlich. Wie gehen Sie mit diesem Vorurteil um?
Peter: Wir nehmen diese Diskussion ernst, weil sie zeigt, dass Nachhaltigkeit und Verantwortung einen hohen Stellenwert haben. Gleichzeitig ist es wichtig, die Rolle der verwendeten Chemie differenziert zu betrachten. Ohne den gezielten Einsatz von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln wären die heute selbstverständlichen Hygienestandards in der Lebensmittel- und Getränkeproduktion nicht zu gewährleisten. Für uns ist Chemie kein Widerspruch zur Nachhaltigkeit. Richtig eingesetzt ist sie ein entscheidender Baustein, um sichere Lebensmittelproduktion, Effizienz und Umweltschutz miteinander zu verbinden.
GI: Wieviel und welche Form der Nachhaltigkeit vertragen Reinigungs- und Hygieneprodukte, ohne an Wirkkraft zu verlieren?
Peter: Nachhaltigkeit und Wirksamkeit stehen nicht im Widerspruch. Moderne Reinigungs- und Hygieneprodukte müssen beides leisten: höchste Effizienz und verantwortungsvollen Ressourceneinsatz. Zudem sind die gesetzlichen Anforderungen an Reinigungs- und Desinfektionsmittel hoch. Produkte mit kritischen Inhaltsstoffen erhalten heute in der Regel keine Zulassung mehr oder verschwinden vom Markt (beispielsweise Monobromessigsäure). Das schafft bereits einen klaren Rahmen für sichere und verantwortungsvolle Lösungen.
GI: Welche weiteren technologischen Entwicklungen lassen bestehende Hygienesysteme aus Ihrer Sicht künftig noch möglich?
Peter: Besser geht immer – und der technologische Fortschritt wird die heutigen Grenzen weiter verschieben. Insbesondere die Kombination aus intelligenter Chemie, moderner Anlagentechnik und zunehmender Digitalisierung eröffnet großes Potenzial. Zukünftig werden Hygienesysteme noch stärker datenbasiert gesteuert. Sensorik und vernetzte Anlagen ermöglichen eine präzisere Dosierung und bedarfsgerechte Reinigung in Echtzeit. Dadurch lassen sich Ressourcen weiter reduzieren und gleichzeitig die
Prozesssicherheit erhöhen. Gerade in der Brau- und Getränkeindustrie zeigt sich, dass selbst in etablierten Prozessen noch erhebliches Optimierungspotenzial steckt.
Das vollständige Interview mit Sabine und Michael Peter lesen Sie in der Ausgabe 06/2026 der GETRÄNKEINDUSTRIE.
