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„Keine Entspannung in Sicht“: Deutscher Brauer-Bund zieht Bilanz

Zum Tag des Bieres am 23. April zieht der Deutsche Brauer-Bund Bilanz. Während die Zahl der Brauereien in den letzten Jahren abgenommen hat, ist die Zahl der Beschäftigten stabil geblieben. Für eine positive Zukunft sei aber besonders eine verlässliche Energiepolitik vonnöten.

Mit 1.415 Brauereien ist Deutschland weiterhin eines der Länder mit der größten Biervielfalt, heißt es beim Deutschen Brauer-Bund (DBB). Die einzigartige Struktur aus Gasthausbrauereien, regional verwurzelten Familienbetrieben, mittelständischen Unternehmen und international tätigen Brauereigruppen präge die deutsche Bierkultur und sichere Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung in der Region. Jedoch stehe die Branche unter Druck: War die Zahl der Brauereien über viele Jahre bis 2019 auf bis zu 1.552 Betriebe gestiegen, mussten seither 137 Betriebe aufgeben, darunter auch zahlreiche jahrhundertealte Privatbrauereien. Dennoch ist laut DBB die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Brauwirtschaft mit 27.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (2025) im Vergleich zu den vergangenen acht Jahren nahezu unverändert geblieben.

Trotz hoher Innovationskraft und wachsender Produktvielfalt stehe die Braubranche jedoch vor erheblichen Herausforderungen. „Steigende Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik sowie der intensive Wettbewerb im Handel belasten die Brauereien massiv“, sagt DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. Gleichzeitig wirke sich die schwache Konsumstimmung dämpfend auf die Nachfrage aus und belaste Handel und Gastronomie ebenso wie die Brauereien. „2026 wird für uns ein sehr hartes Jahr werden, eine Entspannung ist nicht in Sicht“, so der Ausblick des Dachverbandes. 

Der DBB bekräftigt seine Forderung an die Bundesregierung, Reformen umzusetzen, die das Wachstum ankurbeln und Investitionssicherheit geben. „Für die Brauwirtschaft ist eine verlässliche, planbare und wettbewerbsfähige Energiepolitik von zentraler Bedeutung“, sagt Eichele. Brauereien seien energieintensive Betriebe; stark schwankende Preise, unklare Förderbedingungen und langfristig fehlende Planungssicherheit erschwerten Investitionen daher erheblich. Weder bei Gas, noch bei Strom gebe es bislang die Entlastung, auf die viele Betriebe dringend warten. „Wir brauchen eine nachhaltige Entlastung der Betriebe, schnellere Verfahren und weniger Bürokratie“, so Eichele. „Was wir sicher nicht brauchen, sind Diskussionen über neue Steuern und höhere Abgaben.“

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