Seit Herbst 2025 hatte sich das Eigenverwaltungs-Team um die Eichbaum-Geschäftsführer Uwe Aichele und Frank Reifel intensiv um die Rettung des Unternehmens bemüht, verschiedenste Sanierungs- und Fortführungslösungen mit unterschiedlichen potenziellen Investoren waren eingehend geprüft geworden. „Keine der Lösungen erwies sich letztendlich als umsetzbar“, bedauert Frank Reifel. Vor diesem Hintergrund sei den Verantwortlichen aus wirtschaftlichen sowie insolvenzrechtlichen Gründen keine andere Möglichkeit geblieben, als die Betriebseinstellung zum 30. September 2026 einzuleiten.
„Diese alternativlose Entscheidung hat uns sehr geschmerzt“, betont Uwe Aichele. Für ihn sei es daraufhin besonders wichtig gewesen, für den Namen Eichbaum eine tragfähige Zukunftsperspektive sicherzustellen, mit der die seit fast 350 Jahren bekannte Traditionsmarke weiterhin die regionale Bier- und Getränkelandschaft prägen könne. „Mit Park & Bellheimer, einem ebenfalls traditionsreichen Unternehmen aus der Region, wird das regionale Engagement in und um Mannheim weiter einen hohen Stellenwert besitzen“, zeigt sich Aichele überzeugt von dieser „kurpfälzischen Lösung“.
Auch Christoph Glatt, der als Generalbevollmächtigter von Eichbaum die Vertragsverhandlungen begleitet hat, zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden. „Ich freue mich, dass mit Park & Bellheimer ein regionaler Partner gefunden werden konnte, der die Marke Eichbaum langfristig erhalten möchte“, so Glatt.
Die Eichbaum-Geschäftsführung begrüßt die Eckpunkte, die Pauli für den „Neustart der Marke“ nennt. So sollen die Biere unter der Marke Eichbaum weiterhin in der Gastronomie, im Getränkefachgroßhandel und im Lebensmitteleinzelhandel erhalten bleiben. Gebündelt wird das Eichbaum-Markengeschäft in der Eichbaum-Vertriebs GmbH mit Sitz in Mannheim.
Das Kernsortiment von Eichbaum wird ergänzt durch die Weißbiermarke Valentins und Bierspezialitäten aus dem Hause Park & Bellheimer. Eichbaum-Kunden wird im wachsenden Segment der alkoholfreien Getränke ein breites Portfolio an Mineralwasser und Süßgetränken unter der Marke Bellaris angeboten – ein aus Sicht von Uwe Aichele besonders erfolgversprechender Aspekt. Pauli kündigte ferner an, so bald wie möglich eine in der Kapazität angepasste Braustätte in der Käfertalerstraße in räumlicher Nähe zum bestehenden Eichbaum-Brauhaus errichten zu wollen.
Diese Perspektive für den Brauereistandort begrüße auch der Oberbürgermeister der Stadt Mannheim Christian Specht: „Nach der Enttäuschung über die Betriebseinstellung mit dem Verlust vieler Arbeitsplätze ist diese Entscheidung zumindest ein kleines Hoffnungszeichen, dass die Traditionsmarke Eichbaum für Mannheim erhalten bleibt. Besonders freue ich mich über die Zusage, dass mittelfristig in eine kleinere Brauereianlage investiert wird. Es ist eine gute Nachricht, dass die Marke weiterhin in der Gastronomie sowie im Getränkefachgroßhandel und Einzelhandel sichtbar ist.“
