(Bild: MEBAK)

107. Sitzung der Mitteleuropäischen Brautechnischen Analysenkommission (MEBAK) e.V. in Erding

Die 107. Sitzung der MEBAK fand am 30. Oktober 2026 in Erding unter Leitung der Vorsitzenden Dr. Martin Zarnkow und Matthias Hansen statt. Gastgeber war die Privatbrauerei Erdinger Weißbräu. Insgesamt 29 Teilnehmende, darunter vier online Zugeschaltete sowie die Ehrenmitglieder Roland Schmidt, Helmut Klein und Dr. August Gresser, kamen zum fachlichen Austausch zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen in der analytischen Qualitätssicherung sowie die Weiterentwicklung der MEBAK-Online-Methodendatenbank.

Zu Beginn der Sitzung wurden Dr. Stefan Kreisz (Privatbrauerei Erdinger Weißbräu) und Markus Lüönd (Labor Veritas AG) zu Ehrenmitgliedern der MEBAK ernannt. Dr. Stefan Kreisz scheidet auf eigenen Wunsch aus der aktiven Mitarbeit aus, die Brauerei wird künftig durch Robert Jell vertreten. Die MEBAK dankte beiden für ihr langjähriges Engagement und ihre wertvollen Beiträge zur Methodenarbeit.

Dr. Martin Zarnkow berichtete über die Arbeit der European Brewery Convention (EBC). Ein Ergebnis der internationalen Zusammenarbeit von EBC, Brewery Convention of Japan (BCOJ) und American Society of Brewing Chemists (ASBC) ist die harmonisierte Methode zur isothermen Maische bei 65 °C. Diese ist bereits als Methode R-207.00.002 in der MEBAK-Online-Datenbank verfügbar und etabliert sich damit als internationaler Branchenstandard. Matthias Hansen informierte über die Arbeit der Arbeitsgruppe Bieranalytik der Amtlichen Sammlung nach § 64 LFGB, die derzeit die Harmonisierung und Revalidierung der Bittereinheitenbestimmung in Bier vorantreibt.

Die Berichte aus den Arbeitsgruppen verdeutlichten erneut die Bandbreite der MEBAK-Arbeit. Die Arbeitsgruppe Würze, Bier und Biermischgetränke stellte überarbeitete Methoden zur enzymatischen Ethanolbestimmung sowie ein neues enzymatisch-elektrochemisches Messprinzip von Anton Paar für die Analytik von 0,0-%-Bieren vor. Zudem werden die ersten überarbeiteten Methoden aus dem Bereich Gebinde und Produktausstattungsmittel (GuP) in Kürze online verfügbar sein.

Aktuell umfasst die Online-Methodendatenbank 824 Methoden in deutscher und englischer Sprache. Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden 26 Methoden neu aufgenommen oder überarbeitet. Schwerpunkte lagen bei enzymatischen Verfahren, die an neue Testkits angepasst wurden. Neu hinzu kamen unter anderem gaschromatographische Methoden zur Bestimmung niedriger Ethanolgehalte und von Methanol sowie die Sensorikverfahren Check-All-That-Apply (CATA) und der erweiterte In-/Out-Test. Andere Methoden, etwa zur Bestimmung von Nitrosaminen, Acetoin oder 4-Vinylguaiacol, wurden vereinfacht und verbessert.

Als Gäste begrüßte die MEBAK Fabian Webersinke (Brau Union Österreich AG) und Matthias Müller (Labor Veritas AG). Fabian Webersinke präsentierte in seinem Vortrag „Chemometrische Methoden und datengetriebene Modellierungen in der Brauereianalytik“ das Potenzial chemometrischer Auswertungen für die Qualitätssicherung im Brauereilabor. Im Anschluss wurde er einstimmig als neues Mitglied in die MEBAK aufgenommen.

Mit der 107. Sitzung unterstrich die MEBAK erneut ihre zentrale Rolle als Plattform für den wissenschaftlichen und technischen Austausch in der Brau- und Getränkeanalytik sowie für die Harmonisierung analytischer Methoden auf nationaler und internationaler Ebene. Die nächste Sitzung findet im Frühjahr 2027 statt; der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben.

Ein besonderer Dank galt der Privatbrauerei Erdinger Weißbräu sowie insbesondere Dr. Stefan Kreisz und Robert Jell, die als Gastgeber optimale Rahmenbedingungen für die Veranstaltung geschaffen hatten.

 

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