Schadebergs Engagement bei ValueGrain unterstreiche den disruptiven Charakter des Startups, wie es heißt: Ziel des Unternehmens sei es, Biertreber als wertvolles Nebenprodukt des Brauprozesses in industriell skalierbarem Stil frisch zu prozessieren. Statt als Futtermittel oder in Biogasanlagen abseits der humanen Lebensmittelkette zu landen, transformiere das Startup den Rohstoff in eine hochwertige, moderne B2B-Zutat für die Lebensmittelproduktion. Diese könne in verschiedenen Applikationen als Substitut oder Komplementär eingesetzt werden, so zum Beispiel in der Backwaren-Industrie aber auch im Bereich von Hybridfleisch und Fleischalternativen.
Im Mittelpunkt steht dabei der nutritive Mehrwert des Trebers. Durch den sehr hohen Ballaststoffgehalt könnten Endprodukte modernen Longevity-Anforderungen folgen, ohne auf hochverarbeitete Zutaten setzen zu müssen, heißt es weiter. Als regionale Clean-Label Zutat biete der Rohstoff somit weitere positive Aspekte bei der Erfüllung von Konsumentenwünschen.
In Zeiten stagnierender Absätze und steigendem Kostendruck in der Brauindustrie ziele ValueGrain nach eigenen Angaben auf eine echte Kreislauflösung ab, die ökologische Nachhaltigkeit direkt in wirtschaftliche Effizienz übersetze.
Durch dezentrale Produktion in Brauereien werden regionale Wertschöpfungsketten gestärkt, ein zukunftsfähiges Szenario, das auch in globalen Märkten überall dort funktioniert, wo Brauereien und industrielle Lebensmittelproduktionen nicht weit voneinander zu finden sind.
Mit dem frischen Kapital möchte ValueGrain die eigenen R&D-Aktivitäten sowie das Team sukzessive ausbauen. Ziel sei es, die Zutat für weitere Food-Applikationen zu qualifizieren und skalierbare Logistik-Lösungen zu etablieren.
Ein zukünftiger Meilenstein stehe dabei bereits fest: Die Erschließung der Krombacher Brauerei. Am dortigen Standort fallen jährlich knapp 100.000 Tonnen Treber an. Diese sollen künftig als hochwertige ValueGrain B2B-Zutat zurück in die humane Lebensmittelproduktion fließen und dort Produkte ausgewogener und nachhaltiger machen.
In Kombination mit dem Treber-Ausstoß der Brauerei-Standorte des Bestandsinvestors Jeff Maisel (u.a. Bayreuther Hell) sichere sich das Hamburger Startup damit perspektivisch den Zugriff auf knapp 10 Prozent des gesamten in Deutschland anfallenden Trebers.
Tim Gräsing, Co-Gründer & Geschäftsführer von ValueGrain, betont: „Wenn sich der geschäftsführende Gesellschafter der wohl bekanntesten Biermarke Deutschlands begeistert von unserem Ansatz zeigt, bestätigt das unsere Arbeit der letzten Jahre. Die Brauindustrie braucht jetzt pragmatische, innovative Lösungen, die echten Value generieren. Mit Bernhard Schadeberg gewinnen wir nicht nur einen Investor, sondern auch einen der erfolgreichsten Unternehmer der Industrie als Mentor. Gemeinsam werden wir das Upcycling des Nebenstroms Treber auf ein neues, industrielles Level heben.“
