Auch bei der Anhörung zum Haushaltsbegleitgesetz 2027 im Haushaltsausschuss des Bundestags wurden Zweifel laut, ob die erwarteten Mehreinnahmen tatsächlich in der prognostizierten Höhe erzielt werden können. Nach Einschätzung des BWS könnten höhere Verbrauchsteuern die Preise erhöhen, die Nachfrage dämpfen und damit einen Teil der zusätzlichen Einnahmen wieder aufzehren.
Der Verband warnt vor spürbaren Folgen für die mittelständisch geprägte Sekt- und Spirituosenwirtschaft, die Gastronomie und die Verbraucher. Allein die getränkegeprägte Gastronomie erwirtschafte jährlich rund 9,6 Mrd. Euro Umsatz und sichere etwa 225.000 Arbeitsplätze. Zusätzliche Belastungen könnten Investitionen erschweren und die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage vieler Betriebe weiter verschärfen, so der Verband.
Zudem sehe der BWS keinen Beleg dafür, dass pauschale Steuererhöhungen auf einzelne Produktgruppen ein wirksames Mittel zur Reduzierung missbräuchlichen Alkoholkonsums seien. Stattdessen setze sich der Verband für Prävention, Jugendschutz und Aufklärung ein. Die geplanten Steuererhöhungen sollten daher im weiteren parlamentarischen Verfahren zurückgenommen werden.
