Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH), betont: „Wir brauchen dringend zusätzliche Mehrwegimpulse, um das Vermeidungsziel für Verpackungsabfälle von 15 Prozent bis 2040 zu erreichen. Der jetzige Entwurf des Verpackungsgesetzes greift viel zu kurz. Einweg-Hersteller sollen lediglich einen Mindestanteil ihres Budgets nach eigenem Ermessen für Maßnahmen zur Mehrwegförderung zur Verfügung stellen. Es braucht einen verbindlichen Beitrag zur Mehrwegförderung von fünf Euro pro Tonne Einweg-Verpackungen. Am effektivsten wäre jedoch eine Abgabe auf Einweg-Plastikflaschen und Dosen von mindestens 20 Cent. Wir fordern die Abgeordneten des Bundestags auf, sich bei der anstehen Abstimmung des Verpackungsgesetzes für eine Nachbesserung einzusetzen.“
Jens Oldenburg, Geschäftsführer Stiftung Initiative Mehrweg, sagt: „Im Entwurf des Verpackungsgesetzes wird noch immer eine Mehrwegquote für Getränke von 70 Prozent vorgegeben. Um dieses Ziel zu erreichen, muss Umweltminister Schneider Mehrweg aktiv fördern. Würden alle alkoholfreien Getränke ausschließlich in Mehrwegflaschen abgefüllt, ließen sich pro Jahr bis zu 1,4 Millionen Tonnen CO2 und mehr als 350.000 Tonnen Plastik einsparen.“
Henriette Schneider, Geschäftsführerin Pro Mehrweg, fordert: „Mehrweg ist der Schlüssel für Klimaschutz, Innovation und Arbeitsplätze in der Getränkebranche. Doch aktuelle Zahlen des Umweltbundesamtes zeigen: Die Mehrwegquote stagniert bei rund 43 Prozent. Während in Frankreich jährlich ein von der Einweg-Industrie zu zahlendes verbindliches Budget in zweistelliger Millionenhöhe zum Ausbau ressourcenschonender Mehrwegsysteme investiert wird, sollen Einweg-Akteure in Deutschland die Höhe ihres Beitrags zur Mehrwegförderung selbst festlegen. Ein verpflichtender, ausschließlich von Einweg-Akteuren finanzierter und zentral verwalteter Förderfonds für Mehrweg wäre der richtige Weg.“
Dirk Reinsberg, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels, erläutert: „Mehrweg spielt nicht nur eine wichtige beim Klimaschutz, sondern auch für die Wirtschaft. Mit dem Mehrwegsystem sind bundesweit rund 145.000 Arbeitsplätze auch in strukturschwachen und ländlichen Gebieten verbunden. Hinzu kommt, das Mehrweg in Zeiten zunehmender Unwägbarkeiten und globaler Krisen Abhängigkeiten gegenüber Dritten verringert und die Wertschöpfung vor Ort stärkt. Deshalb ist eine wirksame Mehrwegförderung angebrachter denn je. Keinesfalls sollten Mehrwegbetriebe durch die Umsetzung der neuen EU-Verpackungsverordnung durch unnötige Melde- und Berichtspflichten zusätzlich belastet werden.“
Roland Demleitner, Geschäftsführer Private Brauereien Deutschland, erklärt: „Mit rund 6 Milliarden Stück pro Jahr gehen inzwischen fast so viele Getränkedosen wie vor der Einführung der Einweg-Pfandpflicht über die Ladentheken. Insbesondere im Biersegment geht das Wachstum der Dose zu Lasten von Mehrwegflaschen. Diese Entwicklung ist problematisch, da Aluminiumdosen noch immer als umwelt- und klimaschädlich einzustufen sind. Diese Umweltauswirkungen sollten sich auch im Produktpreis widerspiegeln und durch eine Einweg-Abgabe umgesetzt werden.“
Andreas Vogel, Vorstand Verband des Deutschen Getränke-Einzelhandels, fordert: „Durch unsere Initiative ‚Mehrweg ist Klimaschutz‘ leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger über die Vorteile umweltfreundlicher Mehrwegflaschen. Doch noch wichtiger sind leicht verständliche Informationen zur eindeutigen Unterscheidung von Einweg und Mehrweg auf den Getränkeverpackungen. Umweltminister Schneider sollte dies unverzüglich umsetzen.“
Die „Mehrweg-Allianz“ setzt sich zusammen aus der DUH, der Stiftung Initiative Mehrweg, dem Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels, dem Verband des Deutschen Getränke-Einzelhandels, dem Verband Private Brauereien Deutschland und dem Verband Pro Mehrweg.
