Der Geschäftsbetrieb des Traditionsunternehmens laufe uneingeschränkt weiter. Die Abfüllung von Mineralwasser, Apfelschorle und weiteren Erfrischungsgetränken in Glas- und PET-Flaschen sowie die Auslieferung an Kunden seien sichergestellt. Das Unternehmen habe mit Rechtsanwalt Dr. Jüchser noch am gleichen Tag auf einer Betriebsversammlung die rund 140 Beschäftigten über den Insolvenzantrag und die weiteren Schritte im Verfahren informiert. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden seien über das Insolvenzgeld für die Monate März, April und Mai 2026 gesichert.
„Unser vorrangiges Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Fortführung des Unternehmens zu schaffen“, erklärt Dr. Jüchser. „Dazu verschaffen wir uns derzeit einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Situation und führen Gespräche mit Kunden, Lieferanten und weiteren Geschäftspartnern.“
„Gründe für den Insolvenzantrag“ erläutert Christian Kolb, kaufmännischer Leiter, „sind insbesondere der hohe Wettbewerbsdruck im Getränkemarkt, gestiegene Transportkosten, anhaltend geringe Margen sowie eine aktuelle Zurückhaltung der Konsumenten im Markt. Gestiegene Kosten und zu geringe Margen führten in eine finanzielle Schieflage“. Schließlich musste das Traditionsunternehmen Insolvenz anmelden, so die Meldung weiter.
Im Jahr 2016 hatte das Unternehmen ein Eigenverwaltungsverfahren durchlaufen. Damals gelang es, den seit 1862 am Standort Rhens tätigen Mineralbrunnen zu restrukturieren und an die Brüder Christian und Friedrich Berentzen zu übertragen. In diesem Zusammenhang war seinerzeit der sanierungserfahrene Manager Holger Sieck interimistisch als Geschäftsführer eingesetzt worden. Sieck bringe nun erneut seine Erfahrung in den laufenden Prozess ein. Zudem berät Rechsanwalt Marco Ihrlich von der Kanzlei Dr. Eich, Jakob & Partner aus Koblenz das Unternehmen.
„Welche konkrete Lösungsoption am Ende in Betracht kommt, lässt sich zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht absehen“, erklärt Sieck. „Aber wir sind zuversichlich, dass wir eine nachhaltige Zukunftslösung für Rhenser Mineralbrunnen entwickeln und realisieren.“ Der Mineralbrunnen arbeite seit vielen Jahren, insbesondere mit regionalen Kunden zusammen. „Das ist für uns eine Verantwortung auch für die Zukunft, der wir mit diesem Schritt weiter gerecht werden können“, so Sieck. Sabrina Wilking, Leiterin Vertrieb, habe einen klaren Blick auf die Bedürfnisse der Kunden und setze auf „die gewachsenen Marktbeziehungen als wesentlichen Wert des Rhenser Mineralbrunnens.“
