Die Konjunkturumfrage des BV GFGH zeige für 2025 eine deutliche Eintrübung der Geschäftslage. Während 2024 noch 57,2 Prozent der Unternehmen ihr Ergebnis als „sehr gut“ oder „gut“ bewerteten, seien es aktuell nur 34,8 Prozent. Der Anteil negativer Bewertungen sei auf 10,1 Prozent gestiegen. Auch Umsatz und Ertrag gerieten unter Druck: 44,2 Prozent der Mitgliedsbetriebe hätten in den ersten fünf Monaten 2026 rückläufige Umsätze verzeichnet, 59,7 Prozent sinkende Erträge. 43,1 Prozent erwarteten eine weitere Verschlechterung, heißt es weiter.
„Unsere Unternehmen spüren die anhaltende wirtschaftliche Schwäche inzwischen deutlich. Steigende Kosten, eine verhaltene Konsumstimmung und die allgemeine Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft belasten auch den Getränkefachgroßhandel. Umso wichtiger sind jetzt verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die Investitionen und unternehmerisches Handeln wieder erleichtern“, sagt Dirk Reinsberg, geschäftsführender Vorstand des BV GFGH.
Trotz der Lage investierten die Betriebe weiter. Nach hoher Stabilität 2025 (72,7 Prozent konstantes Niveau) zeige 2026 wieder Bewegung: 24,8 Prozent steigende, 17,4 Prozent sinkende Investitionen; 56,9 Prozent blieben konstant. Erweiterungsinvestitionen stiegen auf 19,3 Prozent, Ersatzinvestitionen blieben mit 62,4 Prozent dominant. Der Anteil ohne Investitionen habe sich auf 11,9 Prozent verdoppelt. Reinsberg: „Viele Unternehmen investieren weiterhin gezielt in ihre Zukunft und stärken damit ihre Wettbewerbsfähigkeit.“
Die Personalsituation bleibe angespannt. Fahrpersonal stelle weiterhin den größten Engpass (48,3 Prozent der offenen Stellen 2024; 55,8 Prozent 2025; 51,4 Prozent 2026). Lagerstellen würden von rund 39 Prozent auf 30,5 Prozent sinken. Fehlende Fahrer begrenzten Wachstum und erschwerten die Belieferung von Gastronomie, Handel und Veranstaltungen.
Rund 65 Prozent der Unternehmen bewerteten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen negativ. Kostentreiber seien Personal sowie Transport und Logistik, größte bürokratische Belastung seien Dokumentationspflichten. Reinsberg: „Wenn nahezu zwei Drittel der Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen negativ bewerten, ist das ein klarer Handlungsauftrag. Der Mittelstand braucht jetzt weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit und wirtschaftspolitische Impulse, die Investitionen ermöglichen statt erschweren. Das von der Koalition vorgelegte Programm für Aufschwung und Beschäftigung kann daher nur ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Nur so können unsere Unternehmen ihre wichtige Versorgungsfunktion auch künftig zuverlässig erfüllen“, so der Verbandschef.
