Die vergangenen Monate mit hohen Temperaturen und vor allem zu wenig Niederschlag seien am Mostobst nicht spurlos vorübergegangen. Viele Keltereien haben bereits früh mit der Annahme der ersten Äpfel begonnen. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeige, dass die Ernte zunehmend früher einsetzt und sich der Saisonbeginn immer weiter in den August verschiebt.
In diesem Jahr waren die ersten Partien – abgesehen von den sehr frühen Sorten – allerdings vielfach von der Witterung geprägt. Sonnenbrand sowie unreife und notreife Äpfel waren vielerorts zu beobachten. Auch der ausbleibende Regen habe Auswirkungen auf die Erntemenge: Zahlreiche Bäume haben ihre Früchte frühzeitig abgeworfen, zudem seien die Äpfel vielfach kleiner als in anderen Jahren.
Die Branche rechnet daher insgesamt mit einer eher schwachen Mostobsternte 2026. Bei den Inhaltsstoffen zeigen die bisherigen Partien jedoch ordentliche Werte. Beim Aroma hoffen die Keltereien nun auf die kühleren Temperaturen und Nächte der kommenden Wochen, die sich erfahrungsgemäß positiv auf die Aromabildung auswirken, so die Meldung weiter.
Bei der Saisoneröffnung wurde auch der Blick auf die Produkte der regionalen Keltereien gerichtet. Die Diskussion rund um die Zuckersteuer beschäftige die Branche insbesondere deshalb, weil Fruchtsäfte, -nektare und -schorlen nicht mit hochverarbeiteten Softdrinks gleichgesetzt werden sollten. Regionale Keltereien leisten einen wichtigen Beitrag zur Verwertung und Wertschöpfung heimischer Äpfel, Birnen und anderer Früchte – insbesondere aus Streuobstbeständen.
Eine pauschale Zuckersteuer würde aus Sicht des VdAW diesem Ansatz entgegenwirken. Neben einer möglichen finanziellen Belastung wäre insbesondere der zusätzliche bürokratische Aufwand für kleine und mittelständische Keltereien eine kaum zu bewältigende Herausforderung, betont Timo Schumann.
