(Bild: AdobeStock / Vadym)

VDW fordert die Vereinfachung des grenzüberschreitenden Weinhandels

Der Verband Deutscher Weinexporteure e.V. (VDW) hat im Rahmen seiner Mitgliederversammlung und des anschließenden Exportforums aktuelle Herausforderungen und Chancen für den internationalen Weinhandel diskutiert. Im Mittelpunkt stand die dringend notwendige Vereinfachung des grenzüberschreitenden Direktvertriebs von Wein innerhalb der EU. Vertreter:innen des europäischen Berufsstands und der Europäischen Kommission erörterten dabei konkrete Ansätze für einen europäischen Verbrauchsteuer-One-Stop-Shop.

VDW‑Vorsitzender Gerhard Brauer betonte, dass der grenzüberschreitende Direktvertrieb für kleinere und mittlere Weingüter ein zentraler Zukunftsmarkt sei – besonders im Premiumsegment, wo Kundenbeziehungen zunehmend digital und international entstehen. Die aktuellen verbrauchsteuerlichen Vorgaben seien jedoch unnötig kompliziert und belasteten Betriebe mit erheblicher Bürokratie. Der VDW fordert daher eine europäische Lösung, die den Binnenmarkt stärkt und den Verkauf an Verbraucher in anderen Mitgliedstaaten vereinfacht.

Raphaël Fattier (CNOAC) schilderte die praktischen Hürden: unterschiedliche nationale Verfahren, zahlreiche Registrierungspflichten und fehlende digitale Prozesse erschwerten den Versandhandel – besonders für mittelständische Betriebe. Die EU‑Kommission bestätigte diese Probleme. Eine laufende Studie soll bis Ende 2026 die Grundlage für Reformen schaffen; ein Legislativvorschlag werde 2027 erwartet. 

Beim Exportforum stellte Dr. Riccardo Ricci Curbastro die Strategie der Herkunftsbezeichnung Franciacorta vor. VDW‑Geschäftsführer Christian Schwörer hob die Bedeutung einer starken Erzeugervereinigung hervor – von Organisation und Finanzierung über gemeinsame Vermarktung bis zur Steuerung des Produktionspotenzials. Franciacorta zeige, wie konsequente Qualität, ein klares Profil und die enge Zusammenarbeit der Erzeuger:innen eine Herkunft erfolgreich positionieren können; Nachhaltigkeit spiele dabei eine zentrale Rolle.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf internationalen Märkten und Exportförderung. Angesichts sinkenden Inlandskonsums sei der Export für die deutsche Weinwirtschaft essenziell, so Brauer. Unterstützung durch das Bundesministerium – etwa bei Reisen, Messebeteiligungen und Markterschließung – bleibe entscheidend.

Abschließend befasste sich der VDW mit der geplanten Erhöhung der Schaumweinsteuer, die der Verband klar ablehnt. Die Anhebung um 20 Prozent sei wirtschaftlich und strukturell nicht überzeugend, belaste eine ohnehin angeschlagene Branche und gefährde Investitionen und Arbeitsplätze. Die erwarteten Mehreinnahmen seien fraglich, da Absatzverluste und Folgewirkungen entlang der Wertschöpfungskette zu erwarten seien.

 

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